districtsix Administrator

Anmeldedatum: 05.07.2007 Beiträge: 320
|
Verfasst am: 19.03.2009, 19:44 Titel: 20.Runde: Pasching Standort Klagenfurt - Sk Sturm Graz 18.3. |
|
|
Pasching Standort Klagenfurt – SK Sturm
18. 3. 2009
Nachtrag, 20.Runde
4 : 2
Schande.
Das Spiel das einst schon am 28.11.08 über die Bühne hätte gehen sollen, wurde schließlich mit viermonatiger Verspätung nachgeholt, da beim ersten Termin der Schnee ein Aufeinandertreffen unmöglich machte, und vor vier Wochen das „schönste Stadion Österreichs“ aufgrund von gefrorenem Geläuf erneut unbespielbar war. Das Thema Kärntner Infrastruktur ist mittlerweile in Fußball-Österreich generell zum Thema geworden, da der Rasen im Nachbarbundesland nach wie vor nicht als solcher zu bezeichnen ist. Nichts desto trotz machte sich erneut eine große Abordnung an Schwarz-Weißen in Bussen und PKWs auf den Weg über die Pack, um unsere gebeutelte Mannschaft zu unterstützen. Soweit der Plan...
Sportlich standen die Zeichen klar auf verpflichtenden Sieg. Da kamen einem die Kärntner in der momentanen Lage allerdings nur aufgrund der Statistik entgegen, mit dem Momentum war das ausgegebene Motto hingegen nur schwer zu vereinbaren. Sturm unter großem Druck: erstens darf man den Anschluss an die Austria nicht verlieren, zweitens sitzt einem der Gegner aus Kärnten schon gehörig im Nacken. Selbige spekulierten ihrerseits ebenso mit einem vollen Erfolg, hatte man zuletzt gegen Klubs wie Salzburg und die Austria daheim überzeugt. Ein EC-Platz war inzwischen auch schon ein Ziel von Frankie „immer lustig, immer cool“ Schinkels und seiner unsympathischen Mutantencombo.
Die Vorzeichen waren unter anderem Inhalt der Gespräche während der recht kurzen Anreise. Kurz? Zumindest bis Klagenfurt. Denn dort erwartete ein Teil der Busse der ( mittlerweile fast schon traditionelle ) Südring-Stau der sich diesmal schon vor dem Spiel als so zäh wie ein Kärntner Reindling herausstellte. Erinnerungen an unseren letzten Trip am 6.August wurden wach, als einige zu spät in den Sektor kamen. Aus Erinnerungen wurde schließlich ein Dejavú. Nachdem man zeitlich schon ordentlich im Verzug war beschloss man die restliche Strecke per pedes zurück zulegen. Aussteigen auf der Autobahn, bewacht zum Stadion marschieren war angesagt, wo einen die PKW-Abordnung der Gruppe sowie die glücklicheren Mitgereisten schon erwarteten. Die Transparente aufgehängt, und als ob einem der Abend nicht ohnehin schon recht versaut war, reichte ein Blick in viele Gesichter um noch ein wenig mehr Frust zu tanken...
Der versäumte sportliche Verlauf kann nämlich nach nächsttäglicher Betrachtung als unerklärlich beschrieben werden. Sturm hatte die Gastgeber sicher auf Distanz gehalten, machte das Spiel und Druck nach vorne. Dieser Druck bedeutete in Minute 25 die verdiente Führung unsere Jungs: nach Haas-Traumpass war es Beichler der auf elegante Art die Führung besorgte. Der Block, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll war, durfte jubeln. Dass die Gesänge bis dato recht bescheiden aber immerhin noch bemüht ausfielen erklärt sich wohl von selbst. Zumindest aber war man ( noch ) motiviert, sah es nun doch endlich nach einem Erfolg der Mannschaft aus. In positiver Tonart ging es am Klagenfurter Rübenacker weiter. Sturm lies Ball und Gegner laufen, Kärnten fand praktisch nicht statt. Was dann kurz vor der Pause abging spricht jedoch für die Situation in der sich Sturm momentan befindet. Zuerst war es ein Standard vom ( omnipräsenten ) Junuzovic, den der Mann mit dem typisch-brasilianischen Namen Schuhmacher per Kopf verwandelte. Stümperhaft das Abwehrverhalten in dieser Szene. Und weil das Unglück dieser Tage selten alleine kommt, war es kurz vor dem Pausenpfiff Bubenik der einen schulmeisterlichen Konter, bei dem unsere Hintermannschaft einmal mehr ordentlich pennte, zum 2:1 vollendete. Maximale Chancenauswertung der Kärntner. Unfassbar, wie man als total überlegene Mannschaft ein Spiel binnen weniger Minuten aus der Hand geben kann. Pause. Rückstand. Erneut.
Anfänglich versuchte man noch akustisch vereinzelt so etwas wie Aufbruch zu erzeugen, doch an diesem Abend stimmlich irgendetwas zu entfachen wäre bei dieser Mannschaftsleistung unmöglich gewesen und so darf schon jetzt verraten werden, dass man den Support für den Rest der Partie einstellte. Einmal knallte es noch, das war’s dann. Dass die Stille im Block gleich zu Beginn der zweiten Hälfte einsetzte, war erneut Schuhmacher zu verdanken der mit einer blitzschnellen Aktion die Vorentscheidung in dieser Partie besorgte. Der Kärntner Kasperl-Block jubelte über eine Führung die in dieser Höhe aus genau dem resultierte, was unserer Mannschaft aber so was von komplett fehlt: Konzentration und Effizienz. Beispielhaft hierfür der vergebene Sitzer von Haas wenig später. Nur kurz keimte noch einmal Hoffnung auf, da Kienzl per Abstauber den Anschluss besorgte. Und sogar der Ausgleich wäre noch möglich gewesen, wäre nicht Hölzl unbedrängt per Kopf an Schranz gescheitert. Absolut inakzeptabel so eine Chance nicht im Netz unter zu bringen, so drastisch muss man es mittlerweile formulieren, denn es ist heuer bei Gott nicht das erste Mal dass man die Nerven der Fans auf diese Weise strapaziert. Angesprochene Nerven wurden schließlich noch ein viertes Mal gereizt: wieder aus einem klassischen Konter fiel das 4:2 durch Sandro. Vier Sturmspieler konnten den unerfahrenen Stürmer nicht am Abschluss hindern. Ein Sinnbild das schmerzlicher nicht sein könnte.
Früh wurden die Transparente abgenommen. Über den weiteren Verlauf dieses schlimmen Abend hüllen wir am besten den Mantel des Schweigens. Diejenigen die dabei waren, wissen was abgegangen ist. Und über den Aktionismusdrang mancher, mag sich jeder selbst eine Meinung bilden. Am Ende war man froh als die Fahrt in heimischen Gefilden zu Ende war.
Status quo? Es fällt einem wenig bis nichts ein, was die sportlichen Aussichten betrifft. Sich gegen eine Truppe, die von fünf Schüssen vier reinhaut, so zu blamieren ist nicht zu entschuldigen, unabhängig davon dass es gegen die Kärntner ging. Der nächste Kontrahent heißt Mattersburg: Sieglos seit über einem halben Jahr. Hier noch irgendwelche sportliche Parolen auszugeben ist überflüssig. Problematisch: die Mannschaft kann nur verlieren. Zu gewinnen gibt es nach den letzten Leistungen genau nix mehr. Schande. |
|