districtsix Administrator

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Verfasst am: 22.03.2009, 23:35 Titel: 27. Runde: SK Sturm Graz – SV Mattersburg 21.3.2009 |
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SK Sturm – SV Mattersburg
21. 3. 2009
27. Runde
1 : 0
„Ohne Schiri haben wir keine Chance.“ Der erste Sieg 2009 ist eingefahren. Ohne Glanz und wenig überzeugend darf man nach diesem Spiel nur an die drei Punkte denken.
Die Mattersburger waren vor fast genau einem Jahr auch unser Gegner, als man sich am 22. 3. ( Karsamstag ) auf deren Anlage die Punkte teilte. Damals waren die Burgenländer im gesicherten Mittelfeld unterwegs. Davon kann dieser Tage keine Rede sein: Letzter, seit über einem halben Jahr ohne Sieg. Dass man sich dort des Übungsleiters noch nicht entledigte zeugt eher von finanzieller Not als Vertrauen. Eine solche Personalpolitik gibt’s eben nur in Österreich. Diese Mattersburger sollten also heute herhalten damit sich unsere Jungs endlich aus der Krise ballern können und man sich endlich wieder über drei Punkte freuen darf. Nach der Vorstellung in Kärnten waren die Zeichen wohl endgültig auf Alarm gestellt worden, alles andere als ein voller Erfolg würde nicht überzeugen und die momentane Situation prolongieren. Eine gefährliche Ausgangslage, denn Sturm konnte dabei nur verlieren.
Die Fans, die heute in 9000-facher Anzahl nach Liebenau pilgerten hieß es außerdem nach Mittwoch zu versöhnen. Mehr auf alle Fälle jene, die sich bei jeder Partie Kehle heiser schreien, als jene die sich nach jedem Leistungseinbruch wie Wölfe über die schwächelnde Mannschaft hermachen, und davon gibt’s beim Sturmanhang bekanntlich immer einige. Die Kurve war erwartungsgemäß bummvoll, man wollte der Mannschaft noch einmal die Chance geben sich zu beweisen. Zu Beginn wurden Fahnen und Doppelhalter präsentiert, dazu das Spruchband „Und jährlich grüßt das Murmeltier: wir geben alles, was gebt ihr ?!“. Die Busladung aus der panonischen Tiefebene forderte ihr Team auf, für deren „Lebenssinn“ zu kämpfen. Viel mehr gibt’s ja nicht in Mattersburg. Interessant: aus der „Armadillo Gang“ , die später zur „Grünen Horde“ wurde, scheinen jetzt die „Green White Fighters“ hervorgegangen zu sein. Inflationärer Namensverschleiß.
Die Mannschaft fand schon in der ersten Minute eine dicke Chance vor, die aber Hölzl vergab. Wäre hier die Führung gelungen hätte wohl mehr rausgeschaut als am Schluss, aber alles der Reihe nach. Die Burgenländer, die in einem farblich äußerst unappetitlichem Outfit antraten, zogen von Beginn an ihr mieses Spiel auf, waren rein auf Zerstören und Verzögern aus und setzten standesgemäß nur in Härteeinlagen Akzente. Verteidigt wurde mit allem was ging, und da das Kombinationsspiel unseres Teams momentan nicht so läuft wie man es sich vorstellt und sich der Gegner besser darauf einstellt, taten sich die Blackies schwer die Lücke im Abwehrriegel zu finden. Das meiste ging daher über die Außen. Die Gäste kamen im ersten Durchgang nur zu einem nennenswerten Torschuss, den der zurückgekehrte Gratzei stark parierte. Mattersburg schadete sich schließlich selbst, als Velicky nach einem bösen Foul an Hölzl verdient rot sah. Echt, wenn diese Truppe absteigt sinkt das Gesundheitsrisiko in Liga 1 beträchtlich. Auf den Rängen war die Situation recht ansehnlich: die Leute waren motiviert, ließen sich vom teilweise schwachen Spiel nicht entmutigen und über Teilstrecken kamen die Gesänge richtig gut rüber. Die Mannschaft aber konnte ihrerseits zu einem emotionalen Ausbruch nichts beitragen, zu wenige Chancen kamen zustande, die Verunsicherung war nach wie vor deutlich spürbar. Torlos ging es in die Pause.
Nach Seitenwechsel ging mehr nach vorne. Sturm konnte die Burgenländer mit schnellen Pässen immer wieder hinten aufreißen, doch bei Keeper Bliem war jedes Mal Endstation. Für Aufregung sorgte zwischendurch immer wieder der rote Unsympathler Naumoski der sich ständig mit der Bahre vom Feld tragen lies um alsbald selbiges wieder putzmunter zu betreten. Reine Provokation eines geistigen Leichtgewichts. Der Support litt unter dem bemühten, aber oft von Stückwerk gezeichneten, Anläufen unserer Mannschaft und konnte nicht mehr so gehalten werden wie in Hälfte 1. Ein Tor musste her – irgendwie! Und schließlich kam eine für die aktuelle Lage fast symptomatische Situation: wir, die wir zuletzt mit falschen Schiri-Entscheidungen zu kämpfen hatten, bekamen einen Elfer zugesprochen, den außer Drachta wohl nicht viele Pfeifenmänner gegeben hätten. Jantscher wird von Stepanovic an der Schulter berührt und fällt leicht. Strafstoß – Muratovic verwandelt sicher, 1:0! Endlich konnte man wieder jubeln, die Erleichterung war auch den Spielern deutlich anzusehen. Die Führung natürlich verdient, doch spielerisch ging in den letzten Minuten der Begegnung nichts mehr. Und auch die Stimmung war immer wieder auf spontan angestimmte Gesänge angewiesen, stimmlich näherte man sich den niedrigen Temperaturen deutlich an. So ging dieses richtungsweisende Spiel mit dem ersten Sieg des Jahres zu Ende. Von großem Enthusiasmus war nichts zu spüren, man verabschiedete die Mannschaft mit einem zynischen „wir werden Meister!“. Die Spieler werden die Botschaft hoffentlich verstanden haben.
Nun ist dieses Resultat mit zweierlei Betrachtungsweisen zu beäugen: besonders berauschend war die Leistung einmal mehr nicht, so viel steht fest. Gegen „Große“ wird man so keinen Blumentopf gewinnen. Manche Akteure scheinen mit dem Druck nicht gut umgehen zu können. Man kann den Abend aber auch positiv sehen: in einer frustrierenden Lage braucht man eben auch solche, wie der Germanophile zu sagen pflegt, „dreckige Siege“ um sich aus einem Tief zu ziehen. Also unattraktiv spielen, trotzdem gewinnen. Wie es umgekehrt geht haben die Burschen zu letzt oft genug bewiesen.
Jetzt ist erst mal zwei Wochen Pause, da sich unser Nationalteam entsprechend auf die Pleite gegen Rumänien vorbereiten muss. Dann geht es zum Retourspiel ins Burgenland, wo man gegen die destruktiven Mattersburger endlich kaltschnäuziger zu Werke gehen muss. |
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