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33.Runde: Sk Sturm Graz - Austria Wien 9.5.2009

 
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districtsix
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BeitragVerfasst am: 11.05.2009, 09:50    Titel: 33.Runde: Sk Sturm Graz - Austria Wien 9.5.2009 Antworten mit Zitat

SK Sturm – Austria Wien
9. 5. 2009
33. Runde
2 : 2

„...Was so schön begann...“Sturm verschenkt nach fast tadelloser Leistung das gewonnen-geglaubte „6-Punkte-Spiel“ gegen die Austria im Spitzenduell um Platz Drei. Die Stimmung war teilweise atemberaubend.


„Spiel der Spiele“ titelten regionale Printmedien, das „Finale um Platz 3“ und dergleichen wurde ausgerufen im Vorfeld zu dieser wegweisenden Partie in der unsere Jungs auf den direkten Konkurrenten auf den Europa-League-Platz trafen. Ein Sieg gegen die Austria würde drei Punkte Vorsprung bedeuten, zudem käme das bessere Torverhältnis hinzu. Diskutiert wurde über die Leistungen beider Teams in der vorwöchentlichen Runde genauso wie die Heimstatistik gegen die Veilchen. Alles Makulatur wenn erst der Anpfiff ertönt im ausverkaufen Liebenauer Rund.

Man war heiß auf diese Partie und die Vorfreunde war entsprechend groß. Dieser Mai-Samstag schien ein guter zu werden. Frühsommerliche Temperaturen, beim Frühstück fällt einem das zitierte D6-Transparent der 100er-Ausstellung im Standard-Sportteil positiv auf und das Heilbuttfilet zu Mittag gelang auch zart wie selten zuvor. Alles machte Appetit auf den abendlichen Kick. So fand man sich schon recht zeitig beim Stadion ein. Im Vorfeld gab es das eine oder andere Scharmützel, die Exekutive war vor allem downtown omnipräsent. Früh im Sektor erst ein Schreck: beinahe hätte eine junge Komasäuferin ihr Wodka-Frühstück auf unsere Materialien entleert. Das Beinkleid vom Nachbarn hat’s erwischt. Zum Speibn war heute eines sicher nicht: der stimmungstechnische Auftakt in diese, unsere, Partie!

Früh schon sang man sich ein und entsandte manch nettes Grußwort an das Gegenüber im vollen 27er. Als Intro hatten sich die großen Fanclubs heute wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Am Zaun wurde der Banner „The Power of Black and White“ präsentiert, die Kurve wurde in ein schwarz-weißes Zettelmeer verwandelt und im Mittelblock ging eine Überziehfahne mit siegessicherer Faust in Szene. Ein starkes Bild! Nachdem das Spektakel vorüber war, wurden rasch Fahnen und Doppelhalter ausgefahren und unter genial-lauten Intonationen klargestellt dass es hier heute nur einen Sieger geben darf. Dass wir nur wenige Sekunden nach Anpfiff in dieser Bestrebung unterstützt werden sollten ahnte niemand. In Minute 1 übernimmt Jantscher eine schöne Vorlage und setzt die Kugel eiskalt ins lange Eck – kollektives Auszucken war die Folge! Der Hammer was sich in diesen Momenten in der Kurve abspielte. Die Leute lagen sich in den Armen, man war einfach nur begeistert ob der so frühen Führung. Ein Tor zum perfekten Zeitpunkt im wichtigsten Saison-Heimspiel!

Dass die Gesänge nun einfach nur mehr dermaßen abgingen muss nicht explizit erwähnt werden. Beim „wenn wir hier stehen...“ schien wahrlich fast das ganze Stadion in Bewegung zu sein. Die Veilchen geschockt, verharrend in ihrer Starre! Und Sturm nützte das, spielte die Gäste aus der Hauptstadt in dieser Anfangsphase an die Wand. Gierschlund Krammer wurde nach wenigen Minuten ausgetauscht da ihn Jantscher schwindlig gespielt hatte. Ein klares Foul von Schiemer an Haas im 16er wurde kurz davor übrigens nicht geahndet – aber das gehört zum Städteduell halt dazu wie der Senf zur Eitrigen. Eine Riesenchance fand der agile Hlinka vor, doch sein überhasteter Schuss zog an Safar’s Gehäuse vorbei. Bald aber dann doch der zweite Grund sich dem kollektiven Jubel zu ergeben. Nachdem Hölzl einen Flachschuss ins lange Eck setzte gab es auf der Nord erneut kein Halten mehr! Momente die es seit dem Auftaktsieg gegen die Grünen in dieser Intensität nicht mehr gab. 2:0, dazu diese drückende Überlegenheit – man hätte fast von Vorentscheidung sprechen wollen. So schienen es vielleicht auch einige Wiener zu empfinden, die sich nun im ihrem Block damit verdingten auf den angrenzenden Familienblock loszugehen – Szenen die das Niveau dieses unsympathischen Mundl-Gesocks deutlich unterstrichen.

Wir feierten derweil unsere Mannschaft die sich nun etwas zurücknahm, in ihrem Unterfangen die verwirrten Veilchen auszutänzeln. In dieser Folge wurden selbige aber ballsicherer und setzten die ein oder andere Stafette in Richtung Gratzei. Und es wären eben nicht die Violetten würden sie nicht vor der Pause doch einmal zuschlagen: Bazina spielt Gemeindebau-Gangster Okotie frei, und der setzt die Kugel trocken ins Netz. Ein Stimmungskiller vor dem folgenden Pausenpfiff, denn jeder wusste, dieses Tor hätte zu keinem unglücklicheren Zeitpunkt fallen können. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit wurde eiskalt bestraft.
Im zweiten Durchgang wollte man aber gerade deswegen weiter Vollgas geben und die sensationelle Stimmung der ersten 45 Minuten weiter tragen. Gesanglich gab man klar den Ton an, die Gäste schienen zwar einen aktiven Eindruck zu machen, waren aber nie zu vernehmen. Heute pushten sich die Leute in der Kurve gegenseitig so wie es sein muss, und man hatte den Eindruck dass heute wirklich das ganze Stadion diese drei Punkte um jeden Preis wollte. Klar, dass man sich da ins Zeug legen musste, was den Support anging.

Denn die Austria gab nun Vollgas, Sturm brachte den Schock des 2:1 in der Kabine leider nicht aus dem Kopf. Ein Ausrufezeichen konnte unsere Elf zuerst aber per Freistoß durch Haas setzen. Die nächsten Minuten musste man sich jedoch auf die Defensive konzentrieren, da die Veilchen vor allem über die Außen ihr Heil suchten. Zum Glück verliefen die Angriffe aber erst mal im Sande. Dafür hätte die größte Chance des Spiels die Entscheidung auf der Gegenseite bringen müssen und uns erlösen sollen: Corner von Jantscher, der Ball kommt zu Muratovic und der legt die Kugel völlig unbedrängt am Fünfer Safar in die Hände! Eine symbolische Szene für den momentanen Zustand des Kreativkickers. Das wär’s gewesen, ahnten in diesem Moment viele. Doch gesungen wurde weiterhin in starker Manier. Das hatte sich die Truppe alle Mal verdient, so wie sie heute aufspielte. Die Partie ging in die Zielgerade, eine brandgefährliche Zeit wie jeder weis der die Austria und ihre Spielweise kennt. Standards in der Schlussphase hatten zuletzt nicht selten zu Toren der Violetten geführt – und was hätte es sonst sein sollen das uns diesen so schönen Abend verderben sollte? Hattenberger, ein Mann der alle zehn Jahre einmal trifft, besorgt per Kopf den Ausgleich. Schock.

Nur mühsam konnte man sich aufbäumen und die letzten Minuten akustisch noch einmal was probieren. Aber es war spürbar – dieser Treffer ging mitten ins schwarz-weiße Herz. Am Rasen passierte nichts mehr. 2:2 verloren.
Der Frust sitzt tief. Die Mannschaft hat groß aufgespielt, der Austria klar die Grenzen aufgezeigt die von zwei Konzentrationslücken profitierte. Doch es ist müßig hier über vielleicht das fehlende Eitzerl Konzentration zu spekulieren, da man es leider erneut verabsäumt hat den Sack wesentlich früher zuzumachen. Die Wiener waren teilweise nicht existent, zudem müssen Chancen wie die von Mura drin einfach sein.
Was steht nun am Programm? Wir bleiben dank der Tordifferenz Dritter, müssen am Freitag zu den Kapfenbergern das momentan singt und lacht. Dann kommt Red Bull und schließlich geht’s nach Ried. Ein Finale dort? Unangenehme Vorstellung. Dazwischen liegt das Cupfinale der Violetten gegen die erstarkte Admira. Mit einer Leistung wie gestern können wir uns auf einen violetten Sieg nicht verlassen und dann wäre Platz 4 wertlos. Aber daran darf jetzt noch nicht gedacht werden. Kompliment trotzdem an die Truppe, die wirklich beherzt gerackert hat. Platz 3 ist immer noch drin – auf nach Kapfenberg!
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