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34. Runde: SV Kapfenberg - Sk Sturm Graz 15.3.2009

 
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districtsix
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BeitragVerfasst am: 17.05.2009, 17:40    Titel: 34. Runde: SV Kapfenberg - Sk Sturm Graz 15.3.2009 Antworten mit Zitat

SV Kapfenberg – SK Sturm
15. 3. 2009
34. Runde
3 : 3

Ein trauriger Abend. Die Mannschaft vergeigt erneut einen Zwei-Tore-Vorsprung, wirkt unroutiniert und reduziert die Europa League -Chance drastisch. Noch schlimmer: welch zweifelhaftes Klientel sich mittlerweile immer öfter und den schwarz-weißen Anhang mischt.


Steirerderby, so nennen es die Medien. Tritt Sturm in Kapfenberg an, hat das zwar äußerst wenig mit dem Begriff Derby zu tun, dafür sind die Unterschiede auf sämtlichen Ebenen viel zu hoch, doch winkt immerhin ein Heimspiel für unsere Elf. So machte sich auch diesmal wieder eine gewaltige Lawine an Schwarz-Weißen auf um das Team im Pflichtsieg-Spiel zu unterstützen. In PKWs, Bussen und einem Sonderzug ging’s gen Obersteier, hinzu kamen einige Sturmfans aus der dortigen Region. In Summe waren es später sicher mehr als drei Viertel, die im Fekete-Stadion den Blackies die Daumen drückten.

Für den KSV war es das Spiel des Jahres. Letzte Woche bei inferioren Kärntnern endgültig die Klasse fixiert, träumte man bei den „Falken“ nun davon Sturm ein Haxl zu stellen (und in einem Atemzug uns einen EC-Platz zu wünschen...äußerst intelligent). Immerhin konnte man ja jetzt ganz befreit aufspielen. Unsere Jungs waren nach dem unnötigen 2:2 gegen die Austria geknickt, doch immerhin voller Selbstvertrauen das Spiel beim KSV für sich zu entscheiden. Immerhin ist der Klassenunterschied nach wie vor eklatant und man müsse sich auf die eigenen Tugenden und Qualitäten besinnen. Das Phrasenschwein hätte in den Tagen vor der Partie einiges gecasht. Und auch sonst übertrumpfte sich vor allem der Boulevard mit Titeln wie „Spiel des Jahres“, „Volksfest“ und ähnlichem, da der KSV-Kassier sich über einen Zuschauerrekord freuen durfte. Interessant: obgleich schon am Montag „so gut wie alle Karten“ (Edit: „Krone“) vergriffen waren, blieben bis Freitag-Mittag angeblich immer noch ein paar übrig.

In Graz jedenfalls gingen die Tickets erwartungsgemäß weg wie die warmen Semmeln und man hoffte mit dem Anhang den so wichtigen Sieg einfahren zu können um Platz 3 weiter zu behaupten. Die Vorfreude auf die Partie wich allerdings recht rasch einem sehr unguten Gefühl. Diejenigen aus unserer Gruppe die per Zug ankamen, berichteten schon früh von einigen unguten Figuren die sich unters Volk mischten und sich ähnlich gebärdeten – man kann es leider nicht anders formulieren – wie bei der letzten Fahrt nach Kapfenberg. Wieder wurden völlig unmotiviert Gegenstände durch die Gegend geschleudert, vollkommen wurscht ob man dabei eigene Leute trifft. Und ist es notwendig an Grünstreifen auf der Straße die Blumen auszurupfen wie kleine Kinder?!

Was am Weg in den „Gästebereich“ anfing, sollte aber vor diesem in jener Tonart weitergehen. Eine Kombination aus übertriebener Aggressivität und fehlender Kompetenz von Seiten des Liga-untauglichen Sicherheitspersonals führten vor den Absperrungen zu Drängeleien bei der einige zu Boden stürzten und nicht unverletzt aus dem Gerangel herauskamen. Dass hier nicht mal auf „Normalos“ oder Frauen Rücksicht genommen wurde, war schlimm anzusehen. Rettungskräfte mussten also schon vor der Partie Versorgungen vornehmen. Kurz: so gemäßigt und entspannt man sich im August Zutritt verschaffte, ging’s diesmal bei Leibe nicht über die Bühne. Das Rund füllte sich schnell und, wie erwähnt, war der Großteil des Stadions in schwarz-weißer Hand. Die Supportwilligen fanden sich im Gästebereich ein (der erneut dermaßen überfüllt war – so viel zur Organisation der Gastgeber), bis nach der Mittellinie stand das Groß der restlichen Schwarzen. Die Kapfenberger in ihrem „Fanblock“ zeigten als Intro einpaar Fahnen und ein unleserliches Spruchband. Mehr braucht man zum Anhang der Gastgeber nicht sagen, zu sehr waren sie auf verlorenem Posten gestanden. Auf unserer Seite feierte „Black Pearl“ das Fünfjährige. Um das Jubiläum zu begehen, wurden einige Bengalen am Zaun gezündet sowie ein Spruchband „Fünf Jahre Black Pearl“ präsentiert. Diese Pyro-Einlage ergab ein sehr schönes Bild.

Es war also angerichtet, jetzt lag es an den Burschen am Rasen den vorlauten KSVlern ihre Grenzen aufzuzeigen. Der Support schien zunächst auch ganz gut loszugehen und so hatte man ein recht gutes Gefühl für die kommenden 90 Minuten.
Die Partie begann ähnlich geil wie das Austria-Spiel: Traumpass von Hölzl auf Jantscher, der zieht aus ca. 16 Metern ab und trifft! Riesiger Jubel war die Folge, der Zaun wurde auf seine Belastbarkeit getestet und die stimmliche Leistung sollte, wie schon in der Woche zuvor, ein erstes Highlight erleben. Der Jubel sollte allerdings in dieser Intensität nicht lange halten: zwei Minuten später ist es eine Standardsituation (nona), die Fukal ins Tor köpft. Komplett unnötiges Gegentor – wieder: wie vor einer Woche. Das Spiel begann also sehr intensiv, Chancen auf beiden Seiten kamen zustande. Jeweils ein Freistoß für die Teams sorgten für Arbeit der Torhüter. Gesungen wurde auch passabel, natürlich vorrangig im Bereich der Fanclubs. Und bald wurde der Support wieder gesteigert.

Andi Hölzl war es , der mit einem Flachschuss auf der Toroutlinie die Kugel hinter dem verdutzten Eisl über die Linie beförderte – einen so kuriosen Treffer mal auf der Habenseite zu sehen ist auch ungewohnt! Stark hatte Sturm also den Ausgleich weggesteckt und kontrollierte nun die Partie am Rasen genauso wie wir auf den Betonrängen, Stiegen, Zäunen und Dixieklos. Nur schade, dass der Funke viel zu selten auf die weiteren Sturmfans übersprang die sich längsseitig befanden. Am Spielfeld dann aber eine umso begeisterndere Aktion: herrliche Co-Produktion von Hölzl und Jantscher und unser Goldjunge zieht in herrlicher Manier ab, um die Kugel ins Kreuzeck abzulegen – Traumtor, bravo Jaki! 3:1, sollte es das gewesen sein? Die Überlegenheit am Feld war noch größer als im Spiel gegen die Veilchen, aber wir wissen ja wie selbiges ausging. Diejenigen die es verdrängt haben, wurden Sekunden vor dem Pausenpfiff (erneut: nona) daran erinnert. Nachdem nämlich Siegl mit einem 1000-Gulden-Schuss den Anschluss herstellte. Pause, 2:3. Fazit: erneut ein unnötiges Gegentor in der Schlussminute, da Siegl viel zu frei zum Abschluss kam.

Halbzeit zwei war spielerisch leider ganz übel. Das Offensivfeuerwerk das zum Teil beide Teams noch in Durchgang 1 abbrannten war verflogen. Sturm bezog sich auf’s Verwalten des knappen Vorsprungs, die Gastgeber waren bemüht, zum Glück aber äußerst harmlos. Das einzige spielerische Highlight auf unserer Seite entstand durch einen schnellen Konter, bei dem Hölzl aber knapp am langen Eck verzog und die Entscheidung nicht herbeiführte. Unter dem gesunkenem Niveau litt auch die Atmosphäre. Es wurde zwar gesungen, doch zur schlechten Akustik kam nun auch die miese Destruktivität einiger Mitgereister die im Fanblock genau nix verloren haben. Wie im August gab es zum Teil Beschimpfungen für diejenigen die Fahnen schwenkten, oder der Alkpegel war bei einigen schon dermaßen gestiegen dass sie ärgste Probleme dabei hatten stehen zu bleiben. Außerdem: dass sich manche Herrschaften auf ziemlich anmaßende Weise wichtig machten, kotzte einen auch an.

Zum Kotzen war schließlich auch das, was sich am Feld abspielte. Statt den Deckel drauf zu machen eierten unsere Jungs nur rum, ließen die Uhr runter laufen und schienen erneut genau dann unkoordiniert, wo es nur mehr wenige Minuten gilt, die Konzentration zu bewahren. Minute 90: der eingewechselte Alar (who?) markiert mit seinem Premierentor nach einem Gewusel im Strafraum das 3:3. Unfassbar. Damit war erneut ein sicher geglaubter Sieg futsch.
Die Szenen, zu denen es im Anschluss an das Spiel kam, waren zum Teil einfach nur mehr beschämend. Selbst erlebte man nur einen Teil dessen mit, was sich noch lange im Umfeld des Areals abspielte, das hat aber auch gerecht, um sagen zu können, dass es äußerst bedenklich und traurig ist, was sich da mitunter zwischen die Sturmfans mogelt, bzw. dass es ja nicht das erste Mal ist, dass Idioten dem Verein auf eine dämliche Art und Weise schaden, dass sich zum einem die Revolverblätter und vollmundige KSV-Funktionäre vor lauter Material kaum erwehren können, und zum anderen die Exekutive in ihrem Bestreben noch ein wenig härter zuzupacken ( leider dann bei jedem ) bestärkt wird.

Sportlich ist die Situation ähnlich trist: da die Austria gegen Altach einen sicheren 4:1-Sieg feierte, ist man Platz 3 los. Jetzt kommt Salzburg, in Runde 36 geht es nach Ried, wie man dort in den letzten Jahren aufgetreten ist, lässt Böses erahnen. Vor allem da es für die Innviertler unter Umständen selbst noch im Platz 4 gehen könnte. Jenem Platz, auf dem sich einige in der Mannschaft scheinbar sicher fühlen, sollte die Austria den Cup holen. Fakt ist: aus eigener Kraft ist Platz 3 nicht mehr zu schaffen, das Restprogramm hat es in sich.
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