districtsix Administrator

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Verfasst am: 02.06.2009, 16:12 Titel: 36.Runde: SV Ried - Sk Sturm Graz 31.5.2009 |
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SV Ried – SK Sturm
31. 5. 2009
36.Runde
3 : 2
„Wir fahren nach Europa, shalalalala!“ Sturm führt 2:0, verliert am Ende. Kennen wir schon. Nur diesmal gab’s trotzdem was zu feiern.
Finalspiel in Ried. Eine Konstellation, die zu Rechenspielchen anregte, war Wochen-Thema Nummer 1 unter dem schwarz-weißen Anhang. Alle Spekulationen, was wie wo in Ried oder Favoriten ab 15:30 Uhr passieren kann, ließ sich schließlich auf ein deutliches Minimum begrenzen: Sturm muss siegen um aus eigener Kraft Dritter zu werden, egal wie die Austria spielt, oder darf sich eine Pleite leisten sofern diese nicht mit mehr als drei Toren Differenz ausfällt. Platz 4 würde nämlich auch für die Europa League berechtigen da die Veilchen am vorangegangenen Sonntag erwartungsgemäß den Cup holten.
Die Gastgeber aus OÖ stellten nur knapp 550 Karten zur Verfügung, das Griss um selbige war daher enorm und jeder der sich nicht gleich zu Wochenbeginn die begehrten Tickets sicherte, schaute diesmal durch die Finger. Am Schwarzmarkt wurde gefeilscht, sogar auf e-bay soll es Tickets gegeben haben. Dass man in der letzten Runde dieses wichtige Spiel ausgerechnet im Stadion mit dem (abgesehen von Altach) ungemütlichsten AW-Sektor bestreiten musste, war äußerst ärgerlich. Interessant: Rapid bekam in der letzten Runde der Vorsaison die gesamte Osttribüne zur Verfügung gestellt. Selbst hatte man mit dem Karten-Auftreiben keinen Stress. Wie auch zu den Spielen gegen den LASK hatte man sich über Freunde aus Bad Hall die Karten schon früh gesichert.
Im Vorfeld der Partie gab es weitere kleine Kuriositäten was den Fanandrang betrifft: so wurde etwa auf der Sturm-Homepage aufgerufen nicht ohne Karte nach Ried zu fahren, und auch der Hausmeister-Boulevard gab seinen Senf dazu: „In Ried fürchtet man sich bereits vor den Grazer Chaoten. Man stelle sich vor, Foda’s Elf vergeigt den EC-Startplatz, dann ginge es wohl zu wie zuletzt in Kapfenberg...“
Sportlich waren die Posten klar besetzt: was Sturm betrifft ist’s klar was zu tun war um das Europa-Ticket zu lösen, die Rieder brauchten den Sieg mit mehr als drei Treffern Unterschied. Die Heimbilanz der Innviertler ist beeindruckend: keine Pleite in der gesamten Saison, zuletzt klare Siege gegen Red Bull und Rapid, zudem kam der „Fluch“ der belegt dass Sturm dort seit Oktober 2002 keinen Sieg mehr landen konnte. Die Rieder übten sich trotz dieser Statistiken im Tiefstapeln.
Als es dann schließlich endlich los ging war die Schuhschachtel namens „Fill Metal“ bei herrlichesten Sonnenschein natürlich bummvoll. Neben den mitgereisten Grazern im Gästeeck verteilten sich auch noch einpaar auf der Ost neben dem Schutznetz und einpaar auf der Nordtribüne. In Summe dürften um die 600 Grazer vor Ort gewesen sein. Problem wie immer in Ried: bei dem Sektor passen nie alle Zaunfahnen auf selbigen. Zu Beginn gab es Doppelhalter und Fahnen auf unserer Seite. Die Rieder verkündeten per Banner „wir sind immer für euch da, und folgen euch durch Europa“, dazu wurden Stofflichkeiten aller Größen ausgelüftet. Motiviert legte man gesanglich gleich ordentlich los. Jeder war sich bewusst um was es hier heute ging, jeder wollte das seinige dazu beitragen einen versöhnlichen Saisonabschluss feiern zu können. So kamen die Chants auch ganz gut rüber, die Enge des Sektors kann man also u.U. auch Kompaktheit nennen. Hier kann man Stimmungslöcher leichter verhindern. Dass es zu solchen erst mal gar nicht kam war unseren, auf Konter lauernden, Jungs zu verdanken: nach Hlinka-Flanke war Haas zur Stelle der per Kopf die Führung besorgte!
Ausflippen im Gästeeck war angesagt – ein ganz wichtiger Treffer zum richtigen Zeitpunkt! Gesanglich legte man nun noch ein wenig zu, wenn auch wieder nicht alle mit dem gleichen Ehrgeiz bei der Sache waren. Das Gegenüber war nur selten zu vernehmen. Man beschränkte sich dort vornehmlich auf das Grazer-Schimpfen. Am Rasen wachten die Rieder nach dem Rückstand jedoch auf und mit Fortdauer des Spiels stieg der Druck auf unsere Hintermannschaft enorm. Zwei mal war es unser Liebling Drechsel der mit 100-Prozentigen Sitzern den Ausgleich am Fuß hatte. Kurz vor dem Wechsel musste Gratzei noch einmal zupacken, indem er einen gefährlichen Aufsetzer entschärfte. Bis auf das Tor war von Sturm nur wenig zu sehen, aber das störte niemanden. Immerhin ist es zuletzt ja meist so gewesen, dass man zwar spielerisch überzeugte aber eben die Treffer fehlten.
Durchgang zwei begann so wie der vorangegangene endete. Ried drückte, erspielte sich Chance um Chance, aber an Gratzei war stets Endstation. Unser Keeper hatte sich die Sprechchöre zu diesem Zeitpunkt redlichst verdient. In der Offensive ging bei uns weiter so gut wie nichts. Doch dann: eine schöne Aktion über Hölzl und Kaufmann, und der spielt den tödlichen Pass in die Tiefe des Raumes wo erneut Bomber Haas zur Stelle ist, und die Kugel locker an Gebauer vorbei ins Netz schiebt! Ihm vergönnte man es besonders, hatte er dieses Frühjahr doch ein wenig mit seiner Form zu kämpfen. 2:0 aus dem absoluten Nichts – völlig ungewohnt dass wir mal in dieser Rolle steckten! Wieder war der Jubel ein entsprechend großer, nun schien Platz 3 endgültig in trockenen Tüchern, der „Fluch von Ried“ besiegt! Unmittelbar nach dem Tor aber kamen die Rieder zurück. Plötzlich ging ihnen der Knopf auf und Nacho besorgte den Anschluss. Manch einer, der noch sarkastisch meinte dass ein 2:0 bei Sturm keine Führung darstelle, fügte nun untermauernd an „wirst scho segn...“.
Und kaum hatte der ausgesprochen klingelte es tatsächlich zum zweiten Mal im Sturm-Tor. Wieder Nacho, wieder Tor, wieder war ein Zweitorevorsprung aus der Hand gegeben worden. Leichtsinn pur, so muss man es sagen, da manche nach dem 0:2 gedanklich wohl schon beim Feiern waren. Die Stimmung litt unter diesem Rückschlag auch etwas, immerhin nervt es extrem, wenn man in den letzten 4 Spielen 3 mal eine komfortable Führung vergeigt. Doch es sollte noch ärgerlicher kommen. In der Schlussminute begeht Feldhofer ein Handspiel, Elfmeter. Drechsel tritt an und verschießt. Doch weil einige zu früh den 16er betraten, darf er noch mal ran und dann gibt’s ein Tor dass den typischen Schlusspunkt eines kuriosen Frühjahrs setzt: Gratzei bekommt den Ball, der mitten aufs Tor geschossen war, per „Sitz-Gurkerl“ genau durch die Beine. Die Entscheidung, 3: 2 für Ried, das die stolze Heimserie verteidigte. Rückfall auf Platz 4 in der Tabelle für Sturm, aber bekanntlich reichte das ja auch um sich für die Europa League zu qualifizieren. Diesen Gedanken im Vordergrund galt es nun mit der Mannschaft zu feiern und noch mal ordentlich zu intonieren dass es für uns erneut nach Europa geht. Ein schaler Beigeschmack blieb trotzdem – diese Pleite war eben doch ein Sinnbild der abgelaufenen Rückrunde.
Was bleibt ist also Platz 4 und die Chance sich über drei Quali-Runden für die Gruppenphase zu qualifizieren. Eine große Hürde. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Im Vordergrund steht nun einmal der Mannschaft DANKE zu sagen, für einen grandiosen Herbst, ein, sagen wir einmal aufregendes, Frühjahr, kurz eine abwechslungsreiche Saison in der es viel zu feiern gab, viel zu erleben und viel zu lernen. Die Nordkurve ist weiter angewachsen und wird bestärkt aus dem ersten Jahr in der neuen Kurve hervorgehen um 2009/2010 zu noch höheren Zielen vorzudringen, in Liebenau noch mehr Gas zu geben, auswärts mit noch größeren Massen aufzutrumpfen, und gemeinsam mit der Mannschaft ein weiteres, aufregendes Spieljahr begehen.
Eine schöne Sommerpause, wünscht DistrictVI. |
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