districtsix Administrator

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Verfasst am: 18.07.2009, 20:37 Titel: Europa League Qualifikation: Sk Sturm Graz - Siroki Brijeg |
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SK Sturm – Siroki Brijeg
2. Qualifikationsrunde zur Europa League
16.7.2009
2 : 1
Sieg mit Bauchweh. Nach tadelloser erster Hälfte verfällt der SK Sturm im zweiten Durchgang in den Trott der Vorsaison und lässt uns jetzt für’s Rückspiel gegen eigentlich komplett harmlose Bosnier zittern.
Die zweite Qualirunde in der neu geschaffenen Europa League stand an, unser SK Sturm ist dabei. Als Gegner bekam man eine Woche zuvor Siroki Brijeg aus Bosnien zugelost – eine unbekannte, aber absolut machbare Aufgabe für unsere Jungs auf dem Weg in die dritte von vier Runden vor dem Traumziel Gruppenphase.
Als Zuckerl für die Abonnenten gab’s, wie schon vor einem Jahr gegen Soligorsk, freien Eintritt, in Summe kamen an diesem lauen Sommerabend knapp 9000 nach Liebenau um das erste Pflichtspiel unserer Truppe zu sehen, die sich in der Vorbereitung ganz gut angestellt hatte und gegen Teams wie Kopenhagen oder Ostrau gute Figur machte. Über den Gegner wusste man wenig bis nichts, maximal das ein alter „Liebling“ namens Bazina dort jetzt den Sportdirektor gibt. Generell rechnete heute also jeder mit einem Sieg, einem möglichst hohen um beim Rückspiel nicht mehr zittern zu müssen.
Aus Brijeg war eine Hundertschaft angereist, die unterstützt wurde von einer kleinen Anzahl in Graz lebender Landsleute. Allerdings haben die es nicht so gern als Bosnier bezeichnet zu werden, was sie mit Kroatien-Fahnen und karierten Dressen bildlich untermauerten und auch per Transparent („Siroki is not Bosnia Herzegowina“) wissen ließen.
Die Nord war leider nicht ganz voll, wie schon gegen Bremen blieben vorne einige Lücken, was hoffentlich auf die Bade- und Urlaubszeit zurückzuführen ist. Als Intro gab’s auf unserer Seite Fahnen aller Größen sowie Zweistabfahnen zu bewundern. Gesanglich wollte man sich heute ordentlich verdingen, immerhin hatte man ja am Wochenende keinen „Dienst“ weil „die Rapid“ 110 Jahre Unnötigkeit zelebriert und sich dafür vom FC Liverpool einpaar Dürln einfangen wird. Man legte also auf den Rängen passend los und hoffte dass es die Jungs am Rasen in gleicher Manier tun würden, um dem neuen Dress ( mit sponsorfreiem Logo ) die nötige Ehre zu erweisen.
Sturm legte los wie die Feuerwehr: nach 3 Minuten sahen sich die Gäste mit drei Cornern für uns konfrontiert. Schnell war klar dass man sich gegen Brijeg nicht lange aufhalten will und gleich mal eine Duftnote setzen wollte. Nach 11 Minuten war es dann auch schon so weit: herrliche Flanke von rechts auf Haas, und der setzt die Kugel per Kopf (!), wie schon zuletzt in Ried, unter die Latte – Supertor, entsprechender Jubel im Rund. Nun ging gesanglich noch mehr und man durfte von einem absolut akzeptablen Support sprechen. Unsere Mannschaft fuhr in weiterer Folge einen Gang runter, lies Ball und Gegner laufen. Die Gäste fielen null auf. Mehr war da schon im settore ospiti los. Die Mitgereisten waren mit freiem Oberkörper in ständiger Bewegung und waren stets am supporten. Für ihre geringe Anzahl eine gute Leistung, auffallend waren die steten Klatscheinlagen. Dieses verging ihnen gegen Ende des ersten Durchgangs aber recht bald. Sturm gab nun wieder Gas, erneut ging viel über den agilen Jantscher. Haas scheiterte erst mit einem Schuss, kurz darauf konnte Jantscher einen Pass am Fünfer nicht verwerten. Doch einmal sollte vor der Pause noch Jubel aufkommen: eine Traumaktion mit herrlichem Doppelpass schließt Hölzl mit einem Heber ab – die vermeintliche Vorentscheidung in dieser Partie. Der Jubel war groß, die Gewissheit dass hier nix mehr anbrennen sollte wuchs in der Kurve, die nun noch lauter zu Werke ging, wenn auch nicht immer gleich konstant. Pausenstand: 2:0.
Im zweiten Durchgang kamen die Gäste anders aus der Kabine. Sie sahen ein dass mit einer derartigen Leistung hier nichts zu holen war und gingen in die Offensive. Leider ließen unsere Burschen auch mehr zu als nötig, vor allem das Mittelfeld fiel jetzt mit unnötigen Ballverlusten auf. Eine Topchance konnte Gratzei vereiteln. In der Offensive ging bei uns jetzt wenig. Der aktive Hlinka sowie Muratovic, der heute endlich wieder Lust auf Fußball zu haben schien, setzten zwar Impulse doch der Abschluss blieb ungefährlich. Auch in der Kurve ging der Leistungspegel nach unten, es wurde nicht mehr so kraftvoll gesungen, obwohl es die Truppe gerade jetzt zu brauchen schien. Denn: eine 2-Tore-Führung für Sturm? Die Geschichte kennen wir seit letzter Saison. Und wieder kam es nicht viel anders. Sturm zieht sich viel zu sehr zurück, und wenn’s bei den Bosniern spielerisch nicht geht, dann haut man halt einmal ganz gepflegt drauf. Lubic trifft die Kugel ideal, Gratzei chancenlos, der Ball schlägt ein. Das schmerzende Auswärtstor, es war tatsächlich gefallen – gegen diese Truppe! Das tat weh. Dafür wollte man in der Kurve noch mal Vollgas geben. Tatsächlich schien der Kampfgeist wieder größer geworden, die Längssektoren gingen mit, doch leider erreichte man die Jungs nicht mehr so wie erhofft. Es ging nichts mehr nennenswertes nach vorne. Und so blieb es am Ende bei diesem gefährlichen Resultat, welches nur die Bosnier jubeln ließ, die selbiges inzwischen auch mit Fahneneinsatz taten.
Ein 1:0 würde Brijeg daheim jetzt schon genügen. Aber noch ist ja nichts verloren, man weiß dass unsere Jungs auch auswärts aufspielen können. Das haben sie letzte EC-Saison in Soligorsk, Budapest und Zürich schon bewiesen. Der Gegner muss jetzt „aufmachen“, und spielerisch hat man von ihnen ja null gesehen. Optimismus ist also sicher nicht unangebracht, obgleich man sich das Leben mit dem Leistungsabfall in Halbzeit 2 selbst schwer gemacht hat. Nun ist es wichtig dass die Mannschaft auch in Bosnien unterstützt wird, damit man sich auf die dritte Runde, und den Gegner aus Famagusta, konzentrieren kann. |
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