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3.Qualifikationsrunde Europa League: Sturm - Petrovac 6.8.09

 
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districtsix
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BeitragVerfasst am: 08.08.2009, 13:44    Titel: 3.Qualifikationsrunde Europa League: Sturm - Petrovac 6.8.09 Antworten mit Zitat

SK Sturm – OFK Petrovac
3. Qualifikationsrunde zur Europa League
6. 8. 2009
5 : 0

Schützenfest. Der SK Sturm zelebriert Fußballkunst höchster Güte und zieht mit einem EC-Rekordsieg gegen überforderte Montenegriner in die Playoff-Runde ein. Die Stimmung war ebenso großartig.


Nachdem man sich im Hinspiel vor allem in der ersten Hälfte gegen den OFK Petrovac sehr schwer tat, kam am Ende doch noch der wichtige Auswärtssieg zustande. Daheim galt es nun den Sack zuzumachen um für die Playoffrunde planen zu können – den letzten Schritt vor dem großen Traum Gruppenphase.
Es war erneut ein lauer, warmer Sommerabend der 11000 nach Liebenau lockte. Die Abonnenten hatten erneut freien Zutritt, diesmal gab es aber auch eine äußerst löbliche Aktion für die steirischen Feuerwehrleute zu vermelden. Um 5 Euro kamen die Trupps rein, als kleiner Dank für die umfangreiche, aufopfernde und alles andere als ungefährliche Arbeit der letzten Wochen in der hochwassergeplagten Steiermark. Auch an dieser Stelle noch einmal: ein herzliches Danke! Die Kurve war besser gefüllt als beim ersten EC-Heimspiel, der settore ospiti jedoch nicht. Nur einpaar Ausflügler mit Cowboyhut konnten ausgemacht werden, die sich den langen Weg aus Petrovac antaten und wie ihr Team per Bus reisten. Zu erspähen war auch ein Herr im GAK-Trikot. Aber man hat ja ein Herz für Randgruppen und Minderheiten, außerdem ist es nicht verwunderlich dass die Untermieter unserer Stadt hin und wieder auch mal Fußballkost auf höherer Ebene erleben wollen. Zum Anpfiff gab’s auf der Nord wieder Fahnen und Doppelhalter.
Das Spiel begann recht zerfahren. Die Gäste waren früh auf zerstören aus, man merkte aber auch dass sie selbst gewillt waren hier doch noch was zu reißen. Denn hin und wieder versuchten es die Montenegriner über ihren Topstürmer, der mit zwei Treffern Famagusta quasi im Alleingang eliminierte. Unsere Jungs taten sich erst ein wenig schwer. In der ersten halben Stunde ging wenig. Auf den Rängen waren die Leute heute dafür umso motivierter. Die Gesänge kamen gut und über weite Strecken durchgehend rüber, untermalt von ständigem Fahneneinsatz wurden die Jungs nach vorne gepeitscht. In Minute 30 war es dann soweit: ein Schuss von Muratovic aus gut 20 Metern schlug im unteren Eck ein und passte genau. Ausgerechnet Mura, um den es im Vorfeld so viel Wirbel gab, mit diesem schönen Treffer. Das sind Geschichten die eben nur der Fußball schreibt. Klar, dass der Lärmpegel jetzt noch um einiges erhöht werden konnte. Und es sollte nur 12 Minuten dauern, bis es wieder was zu bejubeln gab: herrlicher Pass von Muratovic auf Hölzl der in unnachahmlicher Art per gefühlvollem Heber über den Keeper für das 2:0 und damit die endgültige Entscheidung sorgt. Ein Supertor von Hölzl, von dem man nur hoffen kann dass er noch lange in Graz zu bejubeln ist. Mit der komfortablen Führung ging es in die Pause. Zu erwähnen ist noch das Spruchband das den Feuerwehren gewidmet war: „In Zeiten wie diesen gilt unser Dank den Feuerwehren im ganzen Land.“ Durchgang 2 begann wie der erste aufgehört hatte: mit einem sehenswerten Hölzl-Treffer: auf rechts behauptet er die Kugel und versenkt sie aus spitzem Winkel zum dritten Tor für unsere Jungs. Nun hatten alle im Stadion kapiert dass hier heute ein Schützenfest möglich war, kaum verwunderlich dass die Stimmung daher weiter gut blieb und die Gesänge umso begeisterter gen Rasen gebrüllt wurden. Vom Gegner kam nichts mehr, irgendwie konnten einem die komplett überforderten Gäste fast leid tun. Nur: unter dem Einfluss welcher Substanzen brachte es Famagusta fertig gegen diese Truppe k.o. zu gehen? Wenig später hätte es beinahe schon 4:0 geheißen, wäre Jantscher nicht hauchdünn gescheitert. Ein Sturmlauf unserer Elf kam ins Rollen, man spürte dass heute jeder mal abschließen wollte. Das schöne Kurzpassspiel ermöglichte solche Vorhaben natürlich, und so war es nach knapp einer Stunde der für Haas stürmende Hassler der nach Idealhereingabe für das 4:0 sorgte. „Oh wie ist das schön...“ wurde standesgemäß intoniert, wenig später schwappte die Welle der Begeisterung durchs Liebenauer Rund, die Hütte war wirklich am Kochen, die Leute mitgerissen. Eine Botschaft an die Exekutive gab es auch: „Die Polizei, dein Freund und Mörder!“, sowie „Fekter: anstatt uns die Fackeln, nimm deinen Cowboys die Revolver weg!“, in Bezugnahme auf den 14Jähirgen Ladendieb der von zwei schießwütigen Beamten getötet wurde. Das „wenn wir hier stehen...“ ging immer wieder unter die Haut, kein Wunder bei dem Engagement das heute die Kurve, aber auch die Längsseiten zum Teil an den Tag legten. Und das Engagement am Rasen lies uns auch noch einmal die Hände gen Abendhimmel reißen: nach herrlicher Foda-Flanke steht Weber bereit und versenkt die Kugel halbvolley ins lange Eck. Das 5:0 bedeutete damit den EC-Rekordsieg für den Sportklub Sturm, der mit den „Lebenssinn“-Klassikern noch einmal ordentlich gefeiert wurde. Damit ging ein Abend gespickt mit schönem Fußball und toller, mitreißender Stimmung zu Ende.
Unsere Jungs stehen damit in der Playoff-Runde. Nun wartet allerdings ein anderes Kaliber auf die Schwarzen: Mit Metalist Kharkiv steht uns ein spielstarker Gegner aus der fußballerisch extrem aufstrebenden Region der Ukraine gegenüber. Von der Klasse her eine dicke Nummer, von der Attraktivität leider nicht. Unsere Jungs werden zwei Toptage brauchen um gegen diese millionenschwere Truppe des osteuropäischen Retortensystems bestehen zu können. Die Kurve wird ihren Teil dazu beitragen, soviel ist sicher.
Mit einer gesanglichen Leistung wie der diesmaligen gilt es jetzt auch in Kärnten aufzutreten. Eine schwarz.-weiße Völkerwanderung über den Wechsel soll den wichtigen ersten Auswärtssieg der Saison ermöglichen, um Platz 1 zu behaupten. Alles nach Kärnten!
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