districtsix Administrator

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Verfasst am: 23.08.2009, 14:34 Titel: Playoff Europa League: SK Sturm Graz – Metalist Charkiv |
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SK Sturm – Metalist Charkiv
Playoff Europa League
20. 8. 2009
1 : 1
Die Chance lebt! Im Spiel das uns den Weg in die Gruppenphase ebnen sollte gelang den Jungs ein starkes 1:1, welches gegen überhebliche Ukrainer nur durch ein irreguläres Tor für eben jene entstand. Auch auswärts ist Sturm einiges zuzutrauen.
Metalist Charkiv. Metalist wer? Diese Frage haben sich sicherlich nicht wenige gestellt als uns jene Truppe für die Play-offs Richtung Euroleague zugelost wurde. Ein denkbar ungünstiges Los: zum einen unattraktiv, dafür aber nur schwer zu biegen. Einigen wird der Name wieder zum Begriff geworden sein, als sie sich die letzten Ergebnisse der Ukrainer im UEFA-Cup zu Gemüte führten: Erst im Achtelfinale war Schluss, vorher wurden Teams wie Genua eliminiert. Fakt war also: diese Hürde zu packen würde alles andere als einfach, zum einen, zum anderen musste man auf ein Traumlos wie den HSV oder die Roma verzichten.
Im Vorfeld kam hinzu dass uns der Verletzungsteufel ein Bein stellen wollte. Kienzl und Haas fielen der Cup-Partie gegen St. Johann mit Verletzungen zum Opfer. Keine besonders guten Vorzeichen also vor dieser richtungsweisenden Partie.
Das Stadion war leider nicht ausverkauft – womit aber zu rechnen war. Scheinbar kommen viele lieber nur dann wenn auch der Gegner was her macht, obgleich wir doch wegen „unseren“ nach Liebenau pilgern! Schließlich wurden es 12000 die der Mannschaft beistehen wollten. Darunter ca. 20 Ukrainer im Gästeblock, und eine Abordnung war im 2er-Sektor auszumachen. Allerdings sitzend. Die Nord war hingegen bummvoll. Zu Beginn gab es die üblichen Stofflichkeiten die im warmen Abendsommerwind gelüftet wurden.
Das Spiel hielt vorerst das, was es versprach. Taktieren war angesagt. Die Gäste meinten uns auf die leichte Schulter nehmen zu können und trabten recht lustlos übers Liebenauer Grün. Von Offensivambitionen war von Metalist nichts zu spüren. Unsere Jungs hingegen waren durchaus bemüht die Hintermannschaft des Gegners zu beschäftigen. Vor allem Hölzl und Jantscher gaben auf den Außenbahnen Vollgas, probierten die Spitzen zu bedienen. Doch vorerst sollte alles brotlose Kunst bleiben. Charkiv behielt hinten die Oberhand, Schüsse blieben ungefährlich. Da sich am Rasen nicht viel tat, war die Kurve umso mehr gefragt. Doch leider schienen sich einige nicht der Wichtigkeit des Spiels bewusst zu sein und so kam eigentlich nie richtig die Stimmung auf die notwendig war um den erwünschten Effekt zu erzielen.
Als zu Beginn das Stadion fast zur Gänze beim „wenn wir hier stehen...“ mit am Start war, war vorerst die beste Phase. Doch die Explosion sollte noch innerhalb der ersten 45 Minuten folgen. Als nämlich nach einer halben Stunde, mehr oder weniger aus dem Nichts, Beichler sich toll durchsetzte und gekonnt den Schlussmann umspielte um anschließend einzuschieben, flippte Liebenau aus! Was für ein wichtiger Treffer, die arroganten Gäste für ihre Überheblichkeit bestraft und die wichtige Pausenführung hergestellt – nun ging stimmungstechnisch einiges und die Hüpfeinlagen ließen den 7.Stadtbezirk erbeben. Mit der Führung ging es in die Pause. Verdient, denn Sturm hatte mehr fürs Spiel gemacht.
Die zweite Hälfte begann allerdings so wie man es von den Gästen erwarten musste: nun gab Metalist erstmals Vollgas und zeigte seine spielerische Klasse, die zweifelsohne vorhanden ist. Denker und Lenker Erimenko beschäftigte Sonnleitner und Co. ordentlich. Gratzei musste in dieser kritischen Phasen zweimal in höchster Not auf tolle Weise retten, wofür er von der Kurve auch den nötigen Dank erhielt. Die Nord war nun auch so aktiv wie man es sich von Start weg gewünscht hätte.
Der Fahneneinsatz war stark und die Gesänge kamen gut und immer durchgehender rüber. Jetzt noch das 2:0 und Liebenau wäre zum Tollhaus geworden. Und Sturm hatte Chancen! Jantscher verfehlte das Gehäuse mit einem Flachschuss nur knapp, wenig später war es Beichler der verzog. In der Phase zwischen der 55. und 70. Minute spielte Sturm teils wie aus einem Guss, eine Freude den Jungs zuzusehen und sie lauthals zu unterstützen. In der Schlussphase mussten einige personelle Umstellungen vorgenommen werden, unsere Burschen wollten hinten dicht machen. Das gelang auch ganz gut, wäre da nicht die verhängnisvolle 76. Minute gewesen: Abseitsfalle klappte eigentlich wie gewünscht, nur der Mann auf der Linie war da leider anderer Meinung. Folge: Olijnik besorgt auf ähnliche Art wie Beichler den Ausgleich. Nicht unverdient, keine Frage. Aber dass uns der wichtige Sieg auf diese unfaire Art aus den Händen gerissen wird tat extrem weh.
Die Leute auf den Rängen jetzt teils wie gelähmt. Zu wenige gaben weiter Gas, zu wenige standen weiter so zur Truppe wie es sein muss und die Gesänge wurden deutlich leiser. Leider musste man sich wieder mit so manchem trotteligen Tölpel rumärgern der, statt zu singen, lieber auf die eigenen Jungs mault und auch sonst geistig nicht ganz im Bilde zu sein scheint („bring in Haas eini!“). Solche Typen gibt es leider immer öfter in der Kurve. Am Rasen gab es noch zwei nennenswerte Szenen. Zuerst rettete einmal mehr Gratzei und verhinderte so den totalen Verlust, auf der anderen Seite setzte der erneut bemühte Hassler einen Kopfball knapp neben das Gehäuse. Schade, denn das war’s dann für heute. 1:1, Ergebnis OK, Entstehung leider nicht. Was geht jetzt noch in der Ukraine im dortigen EM-Stadion? Wir sind sicher nicht ohne Chance, haben auswärts oft bewiesen dass auch dort was zu bewegen ist. Man denke an Budapest oder Zürich letztes Jahr. Charkiv ist wohl eine Nummer größer, doch dass auch unsere Schwoazn kicken können wissen jetzt auch sie.
Die Woche der Wahrheit geht am Sonntag weiter, wenn die Austria nach Graz kommt und zum Spitzenspiel bittet. Ein Sieg wäre auch hier unendlich von Bedeutung da es gerade die „Big Points“ sind die ein Team braucht um sich oben etablieren zu können. Und stärker als Metalist ist die Austria sicher nicht. Also Leute, gegen die Veilchen muss die Nord wieder beben und wir alle unseren Teil zum Erhalt der Tabellenspitze beitragen! |
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