districtsix Administrator

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Verfasst am: 22.03.2010, 09:49 Titel: 25. Runde: Sk Sturm Graz - Sk Rapid Wien 20.3.2010 |
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SK Sturm – SK Rapid
25. Runde
20. 3. 2010
1 : 1
Schade drum. In einem kampfbetonten Spiel gehen zwei wichtige Punkte verloren. Der Sieger eines Spiels, indem endlich mal wieder top-Stimmung in Liebenau herrschte, heißt weder Sturm noch Rapid, sondern Red Bull. Auf den Rängen dominierte das Thema Pyro-Gesetz.
Wenn das Stadion tage vor dem Spiel ausverkauft ist, wenn sich die Gazetten mit reißerischen Vergleichen übertrumpfen, wenn der Name Einwaller für erhöhte Pulsfrequenz sorgt und einem schon beim Frühstücksweckerlholen im Murpark die ersten Rapidler den Appetit vermiesen, ja dann steht der ewig junge Klassiker wieder vor der Türe. Sturm gegen Rapid, West gegen Nord, Steiermark gegen Wien, Religion gegen Lebensgefühl.
Aus sportlicher Sicht handelte es sich diesmal um ein klassisches Verfolgerduell. Rapid drei Punkte voran, nach dem erschummelten Derbysieg topmotiviert. Wir nach dem Remis in Neustadt etwas konsterniert aber nicht minder optimistisch die Heimserie gegen die Grünen verteidigen zu können. Zwei Offensivmannschaften die für Top-Fußball in der Liga stehen im direkten Duell.
Natürlich wurde im Vorfeld wie immer ebenso die große Rivalität der Fangruppen breitgetreten, sämtliche Medien bedienten sich wie immer den ewiggleichen Plattitüden vom Duell der besten Kurven die nur das Engagement gegen das Pyrogesetz eint. Schon lange vor Ankick war die Nord bummvoll, man sah den Leuten heute endlich wieder mal an dass sie motiviert waren mehr zu geben als bei den letzten Heimspielen.
Besuch aus dem befreundeten Ausland war zugegen, gemeinsam sang man sich früh warm und tauschte mit dem, wie immer mehr als beide Gästeblöcke ausfüllendem, Gegenüber so manche Nettigkeit aus. Das Aufeinandertreffen der beiden stärksten Kurven des Landes bezog sich heute natürlich auch auf das allgegenwärtige Thema Pyro, welchem sich beide Seiten zu Beginn auf gewohnt kreative Art widmeten.
Die Grünen zeigten einen gruppenübergreifenden Banner mit der Aufschrift „Pyro ist UR-Leiwand – und kein Verbrechen“ in transparenter Schrift, dahinter viel Fahnen und DH-Material in allerlei Größen die zu Bengalischen geschwungen wurden. Bei uns hing das Spruchband mit dem Link zur Pro-Pyro-Homepage vor dem Block. Im 11er wurde das bekannte Konterfrei der ungeliebten Innenministerin hochgehalten, in den Außensektoren wurden aufwendig gestaltete Transparente mit folgendem Inhalt hochgezogen. Auf der einen Seite ein Plakat im Marlboro-Stil, nur eben als „Marlpyro“ dargestellt, mit dem Hinweis: „Rauch kann Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung pure Freude bereiten.“
Und Nummer 2: „Bengauloise“ statt Galoise, samt dem Hinweis „Pyrotechnik macht abhängig!“ Der Hauptakt waren natürlich die vielen Rauchutensilien die über der gesamten Nord verteilt waren und die Kurve in ein lebhaftes, buntes Kleid hüllten. Ergab erneut ein Top-Bild! Nachdem sich der Rauch aufs Spielfeld verzogen hatte, und dort für fünf Minuten Verzögerung sorgte, erhellte noch so mancher Bengale den abendlichen Frühlingshimmel in Liebenau.
Beide Kurven, getrennt in Philosophie und Farben doch vereint im hiesigen Ideal, boten also eine mehr als gelungene optische Leistung vor der Partie. Dass die Spieler in Pro-Pyro-Shirts aufwärmten soll hier ebenso nicht unerwähnt bleiben. Bravo Jungs!
Gesanglich legte man dann auch ordentlich los. Wie gesagt, die Leute waren topmotiviert, die Lieder wurden intensivst gen Rasen gebrüllt, der Handeinsatz war großteils kollektiv top. Auch die optische Untermalung mit Fahnen und Doppelhaltern konnte sich sehen lassen, vor allem in den Außensektoren wurden die schönsten Farben der Welt stets hochgehalten. Beachtlich wie viele sich über die Winterpause scheinbar mit Basteleien die fußballlose Zeit vertrieben haben.
Mehr oder weniger als fußballlos musste auch die Anfangsphase des Spiels bezeichnet werden. Beide Teams sind nun mal Offensivmannschaften und präsentierten sich auch als solche. Heute allerdings neutralisierten sie sich weitestgehend schon im Mittelfeld, welches heiß umkämpft war, um den Gegner schon im Spielaufbau einzuschränken. Die besseren Chancen fanden hierbei die Hütteldorfer vor, bei denen Kavlak oft zu viel Raum geboten wurde.
Selbiger suchte immer wieder unseren Freund Jelavic – heute ohne Maske mit UR-Pickerln (also ehrlich: lächerlicher geht’s wohl kaum noch) – der auch einmal traf. Allerdings aus Abseitsposition und dadurch umsonst. Unsere Jungs taten sich schwer, kamen offensiv kaum ins Spiel, nur einmal musste Hedl einen Lavric-Schuss abwehren. Bis auf einen Schildenfeld-Kopfball sollten dies die einzigen nennenswerten Aktionen unseres Vereins in Halbzeit 1 bleiben.
Auf der Gegenseite vergab Jelavic die Topchance des ersten Durchgangs, als er völlig unbedrängt an Gratzei scheiterte. Unser Keeper strahlte die übliche Sicherheit aus und wurde entsprechend von der Kurve gefeiert. Die Nord bot über weite Strecken der Partie eine sehr starke Leistung, weil man heute endlich wieder geschlossener zu Werke ging. Beim „wenn wir hier Stehen...“, beim einhängen oder beim beliebten „gemma, gemma, gemma“ war ordentlich Bewegung und Feuer drin. Auch wenn das Spiel nicht viel hergab, die Stimmung konnte sich sehen lassen. So war es auch kein Wunder dass man den magischen BW nur bei kurzen künstlerischen Pausen unsererseits vernahm.
Torlos ging es in die Pause, ein verkrampftes Spiel wurde einem bisher geboten. In der Pause widmete man sich dem Verkauf der neuen DVD, zu deren Kauf hiermit herzlichst eingeladen wird. Um 12€ ist das Teil bei uns und den anderen SturmTifo-Gruppen zu haben. Absolut empfehlenswertes Teil – also schnell im Stadion oder über die Homepage zuschlagen!
Der zweite Durchgang wurde nun anders begangen als der vorangegangene. Gleich erwähnt sei das Spruchband: „Wer Stadien nur von Außen kennt, wer wegschaut wenn die Kurve brennt, wer unbescholtne Bürger quält,...“ Vollendung der Rapidler: „der hat die Position verfehlt. Drum sagen wir es kurz und knapp: Fr. Fekter bitte dankens ab!“ Einer der sich bisher nobel zurückgehalten hatte, rückte nun immer mehr in den Vordergrund. Unser aller Einwaller! Zuerst gab er ein Handspiel von Eder im 16er nicht, unmittelbar danach übersah er ein noch deutlicheres Foul an Hölzl durch Heikinnen.
Die Aggression, die bei diesem Herren generell aufkommt, kochte nun langsam über und die Leute auf der Nord machten ihrem Ärger ordentlich Luft. „Wiener Mafia“ und ähnliches konnte auch von den Längsseiten vernommen werden – es brodelte in Liebenau, man konnte die Angespanntheit nun regelrecht spüren. Positiv wirkte sich dies auf das supporttechnische Engagement aus, die Leute gaben Vollgas beim Singen. Zwei elferreife Aktionen in einer Sturm-Drangphase nicht gegeben, doch aller guten Dinge sind eben drei: Hand von Boskovic, jetzt kommt nicht mal Einwaller um den Pfiff herum und zeigt endlich auf den Punkt.
Klemen-Goal tritt an – und verwandelt sicher! Die Leute lagen sich in den Armen, Emotion pur! Verdiente Führung für unsere Jungs die einfach ambitionierter aus den Umkleiden kamen als die Gäste. Dass nun der Support mehr und mehr zunahm, viel Bewegung drin war, muss nicht extra erwähnt werden. Es herrschte klasse Stimmung im Süden unserer Stadt! Und Sturm blieb dran, suchte nun die Entscheidung, Rapid musste aufmachen. Eine Hereingabe von Lavric fand leider keinen Abnehmer, Hölzl scheitert an Heikinnen, ein Kopfball von Lavric geht in weiterer Folge knapp am langen Eck vorbei.
Das zweite Tor lag in der Luft, man sehnte es mit jeder Körperfaser herbei und gab dieser Sehnsucht mittels starkem Support entsprechenden Ausdruck. Von Rapid war nun gar nichts mehr zu sehen. Die „magischen“ 15 Minuten läuteten die Gäste mit Bengalen ein. Und leider bleibt es dabei: in dieser Phase ist diese Truppe scheinbar am stärksten, auf alle Fälle aber am effektivsten. Denn aus dem absoluten Nichts heraus fiel der Ausgleich. Flanke Drazan, Abschluss Jelavic, 1:1 – dermaßen unverdient.
Leider stellte sich nun im Block eine Schockreaktion ein. Frust überzog die Nord, schwer war es sich jetzt noch mal zu motivieren. Vor allem der Mittelteil gab sein Bestes, doch man spürte es auch hier: das lodernde Feuer war draußen, die akustischen Akzente setzten nun die feiernden Wiener.
Deren Elf gab sich mit dem X zufrieden, unsere Burschen, die so aufopfernd im zweiten Durchgang alles gaben, konnten nichts mehr nachlegen und so blieb es beim Remis. Unendlich schade, man hätte sich den Sieg verdient. Und so wichtig wäre er gewesen! So bleibt der Abstand zu Rapid gleich, der Sieger in diesem Duell heißt Salzburg der morgen bei der Austria davonziehen kann.
Trotzdem: Bravo Burschen, tolle Leistung! Auch die Nord darf sich gratulieren. Wichtig wäre es aber derartiges Engagement und Motivation auch sonst in Liebenau an den Tag zu legen. Die nächste Gelegenheit hat man in einer Woche gegen den KSV. Zuerst gilt es aber wieder auf Reisen zu gehen. Mittwochs, egal: in Salzburg gilt es für unseren Traditionsverein einzustehen, immerhin geht es gegen das ultimative Böse aus der Mozartstadt. Alle nach Salzburg! |
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