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28. Runde: Sk Sturm Graz - SV Kapfenberg 3.4.2010

 
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districtsix
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BeitragVerfasst am: 06.04.2010, 11:45    Titel: 28. Runde: Sk Sturm Graz - SV Kapfenberg 3.4.2010 Antworten mit Zitat

SK Sturm – SV Kapfenberg
3. 4. 2010
28. Runde
1 : 1

1:1 verloren. Dank eines Ostereis von Sonnleitner lässt unser SK Sturm im Steirerderby zwei fix eingeplante Punkte liegen und gerät im Kampf um die Europacupplätze ins Hintertreffen.


Nach dem überragenden Sieg in der Böhlerstadt und der Zitterpartie inklusive Überstunden im Cup gegen die Admira, hieß es an diesem sonnigen Karsamstag also ins letzte Saisonviertel zu starten. Zum direkten Rückspiel hatte man erneut den KSV zu Gast in Liebenau. Ein Pflichtsieg, ohne Frage. Denn etwas anderes als voll zu punkten kann man sich momentan nicht leisten, da alle Top-Teams der Liga im Gleichschritt marschieren und sich kaum wer einen Ausrutscher leistet. Mit einer ähnlichen Leistung wie sieben Tage zuvor in der Hochsteiermark sollte dieses Unterfangen umsetzbar sein.

Das Stadion war nicht ausverkauft. Trotz „Steirerderby“. Selbiges ist aber eben nicht mehr als eine Erfindung der Medien und hat mit dem Begriff Derby nichts gemein. In zu verschiedenen Welten leben diese beide Vereine. Das einzige was uns an ein Derby erinnern könnte, ist die Anzahl der in rot gekleideten Fans bei solchen Spielen. Heute waren gezählte 69 Ausflügler im Gästesektor zugegen.

Insgesamt fanden über 10000 Schwarz-Weiße am Karsamstag den Weg ins Liebenauer Rund, also ganz passabel. Die Kurve war gut gefüllt und zu Beginn wurde wieder den schönsten Farben der Stadt und des Erdballs („urbi et orbi“ um es mit österlich-päpstlichen Worten zu sagen) entsprechend gehuldigt, indem Doppelhalter und Fahnen aller Größen präsentiert wurden. Gesanglich legte man stark los, die Leute waren gut drauf und freuten sich nach der Osterjause auf den fußballerischen Hauptgang. Und das Spiel, in welches unsere Jungs erneut in veränderter Aufstellung gingen, entwickelte sich überraschend flott zu einer offenen und rasanten Partie. Allerdings waren es die Gäste die zuerst auf sich aufmerksam machten. Hüttenbrenner war es, der Gratzei testete.

Sturm kam ebenfalls durch einen Fernschuss von Hlinka zu ersten Chance. Knapp daneben. Getragen von sehr durchgehenden Gesängen und stetem stofflichen Einsatz der vorderen Reihen wurde unsere Mannschaft bald immer offensiver. Eine Hereingabe von Beichler konnte der völlig freie Kienast nicht verwerten, er traf nur die Latte. Aber eines war klar: ein Tor lag in der Luft. Und damit es auf der richtigen Seite fallen möge, legte man sich mit dem Support entsprechend ins Zeug. Immer wieder sehr laut: das beliebte „gemma, gemma, gemma“. Die Burschen wollten uns für die Stimmung belohnen, gaben weiter Gas und bei einer weiteren Chance konnte Siegl erst auf der Linie klären.

Längst überfällig dass es im KSV-Nesterl endlich mal raschelte. Geraschelt hat’s wenig später auch, allerdings wurde den Gästen ein Ei kredenzt statt gelegt: Sonnleitner in vollkommen unbedrängter Lage verlängert ein Zuspiel ideal in den Lauf von Pavlov, welcher Gratzei umkurvt und einschiebt. Osterhase Sonni mit einem verfrühtem Feiertagspräsent an den zukünftigen Arbeitgeber aus Hütteldorf...? Nicht nur in der Kurve, wie man erfuhrt auch an den Längsseiten, gab es nach dem Spiel einige Rufe in des Spielers Richtung, die, blumig formuliert, wenig Österliches an sich hatten.

So führten jetzt plötzlich die Gäste und während Rumpelstilzchen Gregerl draußen noch jubilierte, hätte es beinahe noch einmal eingeschlagen: mit einem sensationellen Doppelreflex gegen Sencar und Pavlov verhindert Gratzei aber das 0:2. Wahnsinn, was dieser Teufelskerl momentan leistet. Die klare Nummer 1 im Land, zweifelsfrei. Nicht nur einmal wurde der Keeper heute lautstark von der Nord gefeiert und besungen. Mit eben solchen Gesängen ging es dann in die Pause. Völlig unnötiger Rückstand, das eigene Potenzial nicht ausnützen können.

Hoffnung aber schöpfte man gleich zu Beginn des zweites Durchgangs. Zu einem für Spiel und Stimmung idealen Zeitpunkt konnte unsere Elf endlich ausgleichen. Schöne Hereingabe von Hölzl, Kienast wieder mutterseelenallein, doch diesmal bleibt er cool und netzt. Nun sollte es doch bitteschön in dieser Tonart weitergehen, dachte man sich. Und die Kurve konnte den, gegen Ende der ersten Halbzeit, leichten Schlendrian nun ausmerzen indem man akustisch wieder einen Gang höher schaltete. Das Spiel fand quasi nur mehr in der KSV-Hälfte statt.

Lamotte und Jantscher scheiterten knapp mit guten Distanzschüssen. Aber man merkte es der Mannschaft an, dass sie sich der Wichtigkeit der Partie bewusst war. Sehr bemüht, trotz der nun mauernden Gäste. Doch die Zeit verstrich erbarmungslos und es wollte kein erlösendes Tor fallen. Auf der Nord gab man trotzdem nicht auf, stellte klar dass dieses Spiel noch zu gewinnen sei und sang hoffnungsvoll das Repertoire ab. Die eingewechselten Muratovic und Lavric belebten die Offensive zusätzlich. Letzterer scheiterte Millimeter an seinem nächsten Tor.

Das spielerische Übergewicht blieb offensichtlich, trotzdem versuchte man es auch weiter mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Den erlösenden Torschrei hatte man schließlich bei einem Mura-Knaller auf den Lippen – doch zum zweiten Mal an diesem Tag prallte das Spielgerät von der Kreuzecklatte zurück ins Spielfeld. Den Falken gelang es schließlich sich zu einem unverdienten Punkt zu zittern, das erlösende Siegestor sollte nicht mehr fallen. Ernüchterung, Frust.

Die Konkurrenz hat leider abermals voll gepunktet. Jetzt stehen wir mit dem Rücken zur Wand, da seit Mittwoch auch der „Cupsieger Rapid“-Joker nutzlos geworden ist. Diesen Bewerb muss man nun selbst gewinnen, sollte es mit Platz 3 nix werden, da der vierte Rang nun nicht mehr eine Beteiligung am EC ermöglicht. Und was kommt das gerade recht? Das direkte Duell mit dem violetten Mitbewerber aus Wien X. Am Sonntag heißt es sich aufzumachen nach Favoriten – ein schwarz-weißer Massenansturm wäre sehr begrüßenswert in der aktuellen Situation. Es handelt sich um das Spiel das die Richtung für die nächsten Monate vorgibt. Nach dem heutigen Punkteverlust kann es schon die letzte Chance auf Platz 3 sein.
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