districtsix Administrator

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Verfasst am: 13.04.2010, 11:05 Titel: 29. Runde: Austria Wien - Sk Sturm Graz 11.4.2010 |
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Austria Wien – SK Sturm
11. 4. 2010
29. Runde
1 : 0
Wien ist anders. Durch eine skandalöse Fehlentscheidung verliert der SK Sturm in Favoriten als klar bessere Mannschaft. Jetzt bleibt der Cup als letzte Hoffnung aufs internationale Geschäft.
„Finalspiel“ und ähnliche Bezeichnungen fanden die Medien im Vorfeld dieser richtungsweisenden Partie zwischen den Blackies und dem direkten Konkurrenten um Platz 3, der Austria. Bei einer Pleite stünden wir ganze 8 Punkte hinter den Violetten, also galt es für diese wichtige Begegnung die Kräfte zu mobilisieren um der Truppe den nötigen Rückhalt am Verteilerkreis zu geben. So war es auch kaum verwunderlich dass sich aus der Landeshauptstadt sowie einiger Regionen der Grünen Mark viele Busse auf den Weg machten um an diesem Sonntag ein weiteres Mal die Westtribüne der „Horr-Wiese“ zu okkupieren.
In Summe dürften es um die 1500 Schwarze gewesen sein, die schon vor Anpfiff akustisch auf sich aufmerksam machten und mit dem violetten Pendant auf der fast vollen Osttribüne mach verbale Nettigkeit austauschte. In Summe war das Stadion nicht ganz ausverkauft, für FAK-Verhältnisse jedoch sehr gut gefüllt.
Zu Beginn gab es auf unserer Seite eine recht nette DH-Parade, wobei erneut auffiel dass immer mehr neue Werke zu gefallen verstehen und sich der Arbeitseifer scheinbar auch bei „Privaten“ gesteigert hat und nicht nur bei den organisierten Fanclubs. Außerdem wurden einige traditionelle Sturmfahnen im Wiener Hauptstadtwind geschwenkt. Ergab ein gutes Bild, welches aber sicher noch schöner ausgefallen wäre, wären noch mehr Zweistockfahnen zum Einsatz gekommen.
Am Spielfeld zeigt sich schnell dass unsere Elf gewillt war den verlorenen Sieg gegen den KSV heute auszubessern. Man agierte sehr kämpferisch und störte die Violas schon im Spielaufbau sehr effektiv. Auch der Zug zum Tor war von Ankick an stark. Allerdings kamen zunächst keine nennenswerten Chancen zustande, Schüsse aus der zweiten Reihe fanden nicht ihr Ziel. Auf den Rängen war es eine recht ausgeglichene Partie. Wir gaben unser bestes und schmetterten die Gesänge an diesem windigen Nachmittag gen Rasen, stets unterstützt durch ansehnlichen Fahneneinsatz der sich heute über den ganzen Block verteilte.
Die Austrianer erwischten heute auch einen guten Tag, denn, obwohl man sie aufgrund der eigenen Lautstärke nicht immer vernahm, konnte stete Bewegung vor allem im aktiveren Oberrang erkannt werden. Heute fielen ihre Lieder auch der unguten akustischen Lage nicht zum Opfer, die die Gesänge ja hin und wieder über die Stadiondächer hinaus weht.
Nach etwa 25 Minuten dann die erste große Chance für Sturm. Der genesene Kienzl war es, der mit bei einem Doppelschlag zuerst am eigenen Mann, schließlich an der Innenstange scheiterte. Viele hatten hier schon den Torschrei auf den Lippen. Schade drum, denn die Führung wäre ob der größeren Aktivität verdient gewesen. Getroffen hat wenig später dann die Austria, allerdings wurde das Tor nicht gewertet: abseits. Im Laufe der Partie wurde die spielerische Überlegenheit immer stärker und die Leute merkten dass man in dieser Phase mit entsprechendem Support den eigenen Teil zu einer möglichen Führung in diesem Bigpoint-Spiel leisten konnte. Eine Idealflanke konnte Hölzl völlig unbedrängt nicht verwerten – hier hätte es jetzt längst 0:1 stehen müssen, mindestens, denn die Austria wusste sich kaum zu helfen gegen die massierten Angriffe unserer Elf. Trotz der klaren Überlegenheit ging man torlos in die Kabinen.
Hälfte zwei sollte nun so beginnen wie man sich das in den schlimmsten Befürchtungen vorstellt. Gemäß der alten Leier von den Toren die man nicht macht, gingen nicht wir in Front sondern die Gastgeber. Wie dieser Treffer entstand würde allerdings in den nächsten Tagen für massig Gesprächstoff in Fußball-Österreich sorgen. Nach einem Corner kann sich Gratzei gegen Jun noch stark auszeichnen. Der Ball springt auf Ortlechner und von dessen Beinen zu – wem sonst – Linz, der allerdings gute drei Meter im Abseits steht, den Ball aber trotzdem über die Linie drückt. Alles blickt zum Linienrichter, der den Treffer gibt – unfassbar. Entsprechend wütende Proteste unserer Mannschaft waren die Folge. Jeder, sicher auch die Veilchen selbst, hatte gesehen dass hier eine klare Abseitsstellung vorlag – leider der Herr mit der Entscheidungskompetenz nicht. Schiri Drabek overrulte seinen Wachler allerdings auch nicht, und so stand es nun, entgegen des kompletten Spielverlaufs, 1:0 für die Austrianer. Im Block waren aufgebrachte Gesänge gegen das Hauptstädtische System die Folge, allerdings waren nicht alle mit dabei, denn vielen war die Enttäuschung über diese krasse Benachteiligung deutlich ins Gesicht geschrieben und sie schoben Frust.
So war es kaum verwunderlich dass es nun die Heimischen waren die gesanglich überlegen waren. Und auch unser Team reagierte geschockt. Mit dem Spielfluss aus Halbzeit 1 war es nun ziemlich vorbei. Das Bemühen war weiterhin da, allerdings konnte die Kreativkarte nach diesem Keulenschlag nun nicht mehr ausgespielt werden. Schüsse aus der Distanz blieben harmlos, Beichler und Co. blieben immer wieder im Strafraum an den Veilchen hängen. Selbige versuchten im eigenen Stadion zu kontern, kamen aber auch nur zu einer Topchance: Junuzovic scheiterte mit dem Matchball an Gratzei.
Leider konnten die Mitgereisten nun auch nicht mehr dieses Feuer entfachen, mit dem man der Mannschaft in dieser Lage heute vielleicht noch hätte helfen können. Beim „samma schwoaz“ und ähnlichen Klassikern ging’s noch besser, ansonsten aber war auch beim Anhang ziemlich die Luft draußen, trotz bemühter Phasen gegen Ende der Partie. In der Schlussphase dieser spielerisch abwechslungsreichen, jedoch völlig ungerechten, Begegnung warfen unsere Burschen noch einmal alles nach vorne und selbst Gratzei entblößte sein Gehäuse beim letzten Corner. Doch alles war vergebens, es sollte kein Treffer gelingen. Den einzigen an diesem Nachmittag hatte der Linienrichter besorgt und so blieb es am Ende tatsächlich beim Sieg der Austria.
8 Punkte Rückstand auf Platz 3 – das wird’s wohl gewesen sein mit dem Euro League – Platz. Was bleibt ist die Hoffnung auf den ersten Cupsieg seit 11 Jahren, der uns dieses Ticket fürs internationale Geschäft doch noch ermöglichen würde. Am 21.4. heißt es ausgerechnet in Ried anzutreten. Zukunftsmusik. Jetzt ist leider wieder einmal Thema mit welchen Methoden in diesem Land Entscheidungen willkürlich herbeigeführt werden, sodass es den Wienern selbst schon peinlich ist in welcher Massivität sie bevorzugt behandelt werden.
Zwei Tage zuvor war es bei Ried-Rapid ja nicht anders, die heutige Partie setzte dem ganzen die Krone auf. Doch es nützt nichts: die Devise muss weiter lauten zusammen mit der Mannschaft Gas zu geben und zumindest den Cuptitel nach Graz zu holen. Wiener Vereine sind in diesem Bewerb ja keine mehr vorhanden. Es lebt also die Hoffnung auf ein Happy End... |
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