districtsix Administrator

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Verfasst am: 17.04.2010, 10:05 Titel: 30. Runde: Sk Sturm Graz - Pasching in Kärnten 14.4.2010 |
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SK Sturm – Pasching in Kärnten
30. Runde
14. 4. 2010
3 : 2
Wer zuletzt lacht... Lange sah es im letzten Südderby für längere Zeit nach einer Niederlage aus – doch unsere Jungs bewiesen Substanz und Willen und bogen eine verrückte Partie noch in einen Sieg um.
Nach dem Skandalspiel von Favoriten hatten sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigt, trotzdem war die Tatsache wie in Österreich Spielentscheidungen herbeigeführt werden Inhalt vieler Gespräche vor der Partie. Ein Blick auf die „wahre Tabelle“ im Web lohnt sich auf alle Fälle, auch für jene die noch immer daran zweifeln dass es bei uns „in dubio pro Vindobona“ heißt...
Heute hieß es aber wieder sich zu sammeln und die Kräfte gegen den absteigenden Retortenclub aus dem Nachbarbundesland zu bündeln. Die Lage in Kärnten ist sportlich aussichtslos und scheinbar können die Herrschaften gerade deswegen dort aktuell so befreit aufspielen wie sie es in den letzten Wochen bewiesen haben, als man u.a. Rapid aus dem Cup warf oder gegen RedBull gute Figur machte. Vielleicht rennen einige aber auch für neue Verträge bei anderen Clubs. Auch Sturm hat ja Interesse angemeldet. Gegen diese Kärntner galt es heute also zu bestehen und drei fix eingeplante Punkte einzufahren.
7500 waren an jenem, wieder sehr klug angesetzten, Spieltermin nach Liebenau gekommen – interessant, da doch kolportiert wurde man habe schon 10000 Tickets abgesetzt. Das Stadion also halbvoll, die Kurve hatte dort und da auch einpaar kleinere Löcher. Zu Beginn wurden die Stofflichkeiten präsentiert und recht passabel losgesungen. Zu den paar Mitgereisten aus Kärnten muss von vornherein kein Wort verloren werden. Sie werden uns alles andere als abgehen, wenn sie ihre Familientrips in Zukunft nach Hartberg und St. Pölten antreten dürfen, wo man auf ähnliches Fan-Niveau treffen wird.
Was sich am Spielfeld tat, war leider nicht wirklich berauschend und so war es kein Wunder dass kaum entsprechende Stimmung aufkommen wollte bei diesem Kick. Die Gäste standen defensiv, ließen unseren Kreativspielern sowie dem retourgekommenen Lavric keinen Platz zur Entfaltung. Chancen? Kaum vorhanden. Offensiv versuchte man es daher eher mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Zwar konnten sich auch die Kärntner nicht auszeichnen, doch waren sie es, die heute zum ersten Mal jubeln dürften. Man hatte es fast befürchtet. Im Fallen besorgte Hinum nach einer halben Stunde ungewöhnlich das 0:1. Nun war es noch ein wenig ruhiger geworden in Liebenau, von den Längssektoren waren die ersten, völlig unnötigen, Pfiffe zu vernehmen.
Denn Spielanteile hatte unser Team ja viel mehr, nur konnte kein Kapital daraus geschlagen werden. Vor der Pause verfehlte noch ein Beichler-Schuss knapp das lange Eck. Dann war Halbzeit und es galt auf Besserung zu hoffen.
Was man nun brauchte, war ein schnelles Tor gleich zu Beginn. Dieser Tatsache war sich auch die Nord bewusst und so motivierte man sich nun vermehrt gegenseitig Gas zu geben. Die Gesänge erlebten daraufhin eine Steigerung. Und tatsächlich fiel ein Tor – nur eben nicht dort wo es hätte fallen sollen. Nachdem Hierländer zuerst nur die Stange traf, war er im Nachschuss erfolgreicher und stellte auf 0:2. Kollektives Entsetzen paarte sich nun mit Wut. Konnte dieses Spiel in Wien psychisch solche Spuren hinterlassen haben, dass man jetzt komplett aus einander fällt? Gegen den Tabellenletzten?! Die Längsseiten übten sich im Deuten und Pfeifen, die Nord antwortete mit „wir wollen Sturm sehen!“.
Wenn nun nicht bald was passieren würde, stünde uns ein peinlicher Abend ins Haus. Das erkannte auch Trainer Foda und nahm einen seltenen Dreifachtausch vor, brachte Haas, Salmutter und Kienast. Eine Aktion die verdeutlichte wie ernst die Lage war und wie sehr es nun galt alles, aber wirklich alles, nach vorne zu werfen. Und tatsächlich fruchtete die Aktion! Schöne Flanke von Lamotte und Kienast setzte den Ball von seiner Lieblingsposition vorm Fünfer per Kopf ins Tor von Eiergoalie Weber. Das gute alte „Jetzt geht’s los!“ hätte hier ganz gut gepasst, als die Kurve nun mehr und mehr aufwachte und akustisch den nötigen Support für die fightenden Mannschaft zur Verfügung stellte.
Von den Gästen kam nix mehr, die waren nur noch bemüht hier irgendwie zu punkten und schreckten auch vor üblen Attacken – allen voran Dollinger – nicht zurück. Nun klappte es auch wieder mit der spielerischen Kreativität. Haas scheiterte an Weber, der Bomber hat momentan einfach kein Glück. Man musste weiter zittern und peitschte die Mannschaft energisch nach vorne. Schließlich war es die 87. Minute, einige an den Längsseiten suchten schon das Weite, versäumten aber so den herbeigesehnten Ausgleich: nach einem Corner übernimmt Hlinka halbvolley, der Kärntner Salvatore kann den Ball erst hinter der Linie klären und es steht 2:2. Eine knappe Sache wie man später im TV sah, doch ging das Tor in Ordnung.
Ist ja nicht selbstverständlich das in Österreich Schiri-Entscheidungen ohne Reibungspunkte ablaufen, hier wurde aber richtig entschieden. Die Nord war nun ein Tollhaus, und man wollte „dieses Spiel noch gewinnen!“. Vier Minuten Nachspielzeit waren angebrochen, und eine irre Schlussphase steuerte ihrem positiven Ende entgegen: die Kärntner kriegen den Ball nicht weg, legen Salmutter die Kugel vor die Beine und der schiebt ins lange Eck ein! 3:2, das Spiel gedreht, Wahnsinn! Fast schon kitschig dass ausgerechnet der reumütig heimgekehrte Salmutter diesen wichtigen Treffer erzielt hatte und nun gemeinsam mit den Kollegen und der tobenden Kurve einen verdienten Sieg bejubeln durfte. Denn dann war Schluss und das letzte Südderby für die kommenden, mindestens 12, Monate Geschichte.
Schade dass die Austria in Kapfenberg in letzter Sekunden ebenfalls traf und uns der KSV so leider nicht viel Schützenhilfe bieten konnte. So machte man nur zwei Punkte gut, aber immerhin. Und die heutige Leistung, das Nicht-Aufstecken und die damit verbundene Zelebrierung des Sturm-Geists, verdient sich absoluten Respekt – Bravo Burschen! In Mattersburg wartet Samstag eine ähnlich schwere Aufgabe. |
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